Grand Canyon für Erstbesucher

Wie oft man auch zum Grand Canyon zurückkehrt, die Schlucht fasziniert einen immer wieder aufs Neue. Besucht man ihn zum ersten Mal, ist das Erlebnis aber ungleich überwältigender. Damit der Erstbesuch gelingt, hier ein paar Vorschläge.

 

Beste Zeit zum Besuchen

Egal welche Jahreszeit, der Grand Canyon lohnt sich immer. Im Sommer herrschen zwar extreme Hitze und riesiger Andrang, dafür sind alle Einrichtungen geöffnet. Im Winter dagegen genießt man den Park weitgehend ungestört, muss aber mit Einschränkungen aufgrund des Wetters und ausgedünnten Öffnungszeiten rechnen, außerdem sind die Tage wesentlich kürzer als im Sommer.

Eine gute Mischung bieten Frühjahr und Herbst. Sowohl was die Besucherzahlen angeht als auch das Wetter und die Länge der Tage. Wenn man es einrichten kann, sollte man den Grand Canyon im Mai bis Mitte Juni oder Mitte September bis Ende Oktober besuchen und dabei möglichst Wochenenden meiden.

 

South Rim, North Rim oder beide?

Für welchen Bereich des Nationalparks man sich entscheiden soll, ist eine knifflige Frage. South Rim und North Rim sind bekanntlich nur rund 16 Kilometer voneinander entfernt, die kürzeste Straßenverbindung beträgt jedoch mehr als 330 Kilometer und erfordert mehrere Stunden Fahrt. Eigentlich sogar eine Tagesreise, denn unterwegs wird man garantiert verschiedene Pausen einlegen, um die dramatische Landschaft zu genießen. Zum Beispiel am Marble Canyon, wo sich außerdem ein Abstecher nach Lees Ferry anbietet.

Es lohnt sich auf jeden Fall, beide Seiten anzusteuern. Für jede sollte man dabei wenigstens einen vollen Tag einplanen. Ob man das am Ende auch macht, hängt von dem geplanten Reiseverlauf ab. Möchte man möglichst viel erkunden, kann man, um Zeit zu sparen, durchaus den South Rim oder den North Rim auslassen, je nachdem in welcher Region man gerade unterwegs ist.

Dabei besteht natürlich die Gefahr, dass man das Gefühl nicht loswird, etwas Wichtiges verpasst zu haben. Vor allem dann, wenn man sich gegen den South Rim entschieden hat. Denn obgleich der North Rim in Sachen landschaftlicher Schönheit seinem südlichen Gegenüber in absolut nichts nachsteht, gilt er bei vielen wegen der eingeschränkten Öffnungszeiten und geringeren Frequentierung als irgendwie nicht ebenbürtig.

Jedenfalls wenn man im Sommer in der Grenzregion zwischen Arizona und Utah unterwegs ist, kann man getrost den North Rim erkunden und den South Rim für eine spätere Reise aufbewahren.

Wer beide Teile besuchen möchte, macht das am besten an zwei verschiedenen Tagen und legt einen Zwischenstopp in Page ein. Dort lässt sich zum Beispiel mit einem Sonnenuntergang am Horseshoe Bend der Tag wunderbar ausklingen.

 

Was man nicht verpasst haben sollte

Wer nicht viel Zeit mitbringt, hat kaum die Chance, tiefer in den Grand Canyon einzusteigen – im wahrsten Sinne des Wortes. Erstbesuchern des South Rim ist der Bereich am Besucherzentrum mit dem gut ausgebauten Rim Trail zu empfehlen, der zu ikonischen Aussichtspunkten wie Mather Point oder Yavapai Point führt.

Mit dem kostenlosen Shuttle der Orange Route geht es dann zum South Kaibab Trailhead. Von dort kann und sollte man auf dem South Kaibab Trail ein Stück hinab in die Tiefe wandern und mit dem Grand Canyon auf Tuchfühlung gehen. Eine Wanderung bis Cedar Ridge und zurück ist vier Kilometer lang und durchaus anstrengend, aber ein lohnendes Erlebnis.

Zurück am Parkplatz des Visitor Center, startet man hier zur Fahrt in Richtung Osten auf dem Desert View Drive mit zahlreichen weiteren Aussichtspunkten.

Alternative: Den Spaziergang auf dem Rim Trail, einschließlich des lehrreichen Trail of Time, bis zur Red Route Transfer Haltestelle nahe der Bright Angel Lodge fortsetzen. Hier im Grand Canyon Village kann man die denkmalgeschützten Gebäude vom Anfang des 20. Jahrhunderts bewundern. Die Busse der Red Route bringen Besucher zu beeindruckenden Aussichtspunkten entlang der Hermit Road. Besonders beliebt sind die Ausichtspunkte Hopi Point und Pima Point.

Besucht man den North Rim, ist bereits die Anfahrt auf dem landschaftlich schönen Grand Canyon Highway eine Klasse für sich. Im Park angekommen, ist die kurze Wanderung auf dem Bright Angel Point Trail so etwas wie ein Pflichtprogramm. Nicht entgehen sollte man die Fahrt zum Imperial Point und Cape Royal. Die Fahrt auf der schmalen und kurvenreichen Straße nimmt etwas Zeit in Anspruch, aber die Aussichtspunkte sind wenig frequentiert und die Panoramen atemberaubend.

 

Übernachten

Die Frage, ob man direkt am Grand Canyon übernachten sollte, hängt vom eigenen Budget und der Verfügbarkeit von Zimmern ab. Die Nachfrage ist riesig, und dementsprechend hoch sind die aufgerufenen Preise für eine Übernachtung. Wer es sich leisten kann, sollte auf jeden Fall zumindest eine Nacht direkt am Grand Canyon verbringen. Man hat auf diese Weise nicht nur die Chance, den Sonnenunter- und Sonnenaufgang zu erleben, sondern gewinnt auch Zeit.

Unterkünfte am South Rim bzw. in Tusayan*

Wer campen möchte, findet eine Reihe von Campingplätzen im Park. Die bewirtschafteten Plätze erfordern eine Reservierung und sind oft Monate im Voraus ausgebucht. Die einfachen Campingplätze im Hinterland dürfen nur mit einem Backcountry Permit benutzt werden.

Ansonsten gibt es gute und vergleichsweise preiswerte Übernachtungsmöglichkeiten in Hülle und Fülle in Flagstaff rund 1,5 Stunden vom South Rim entfernt bzw. in Williams eine Stunde südlich des Parks.

Unterkünfte in Flagstaff*
Unterkünfte in Williams*

Möchte man South Rim und North Rim erkunden, empfiehlt sich für einen Zwischenstopp – wie schon gesagt – Page. Bis dorthin ist es zwar ein kleiner Umweg, aber mit zahlreichen Unterkünften und Restaurants ist die Stadt ideal für die Nacht.

Unterkünfte in Page*

 

Fehler, die man besser vermeidet

Einer der größten Fehler, die man am Grand Canyon machen kann, ist zu versuchen, an einem Tag in den Canyon hinabzuwandern und wieder zurück. Das ist für gesunde, gut trainierte und vorbereitete Wanderer zwar durchaus machbar, viele verursachen alljährlich aufwendige Rettungseinsätze, weil sie sich überschätzt haben.

Gefahren werden dagegen häufig unterschätzt. Auch wenn der Grand Canyon stark besucht ist, handelt es sich um ein Stück wilde und ungezähmte Natur. Hier muss man insbesondere mit extremer Hitze, herabfallenden Felsen und Absturzgefahr rechnen. Im Winter können Wege vereist sein. Im Grand Canyon – wie in der gesamten Region – gilt es daher einige unverzichtbare Sicherheitstipps zu beachten.

Schließlich sollte man nicht den Fehler machen, zu viel auf einmal erleben zu wollen. Hier gilt: Weniger ist mehr. Wer sich ein paar Highlights widmet und diese intensiv auskostet, hat am Ende mehr erlebt.

 

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